Die UBS im Tal der Tränen
Posted on | October 17, 2008 | No Comments
Der Fall der UBS zeigt einmal mehr, wie nötig Blogs sind. Die Medien hatten willfährig die Voten der UBS übernommen, dass sie “gut kapitalisiert” sei. Das Gegenteil war richtig, wie die heutigen Massnahmen zugunsten der UBS eindrücklich beweisen. Jetzt sind alle überrascht, desillusioniert und empört. Du meine Güte!

Seit Monaten weise ich auf das mangelnde Aktienkapital der Schweizer Grossbanken hin – allein auf weiter Flur, während die Experten das ewige Mantra “gut kapitalisiert” durch alle Medienkanäle posaunen. Es war falsch, wie die heutigen Massnahmen zeigen und jeder hätte es wissen können, der sich die kleine Mühe gemacht hätte in die Bilanz der UBS einen Blick zu werfen.Bereits am 1. Oktober schrieb ich :
“Heute steht die UBS im Vergleich zu den anderen Schwergewichten in der Finanzindustrie relativ gut da, mit Blick auf eine Rezession in Europa und den USA ist die Lage aber nachwievor katastrophal.”
Und die Katastrophe kam sofort. Ohne Hilfe von Staat und Notenbank geht gar nichts mehr, dabei hatte UBS-Chef Kurer noch vor zwei Wochen hoffnungsvoll in die Zukunft geblickt. Ob er hoffnungslos blind war oder schlicht gelogen hatte, wer weiss das schon. Zuverischtlich stimmt weder das eine noch das andere.
Die Details rund um das Rettungspaket: Die UBS beansprucht nun doch Staatshilfe
Doch auch die Credit Suisse sieht sich zu einer Kapitalerhöhung gezwungen. Wenig überraschend auch hier, selbst wenn ihre Lage um einiges komfortabler war und die CS diesen Schritt mit Blick auf die Rezession gemacht haben dürfte. Grossaktionär wird nun ein Staatsfonds aus Qatar: Credit Suisse kommt ohne Staatshilfe aus
Ich hätte es bei weitem vorgezogen, wenn die Schweizer Pensionskassen eingestiegen wären, um die beiden Grossbanken nicht zu sehr in ausländische Hände zu legen. Doch leider verhallte dieser Vorschlag ohne Gehör: Jetzt ist die Schweizer Politik gefordert
Die Schweiz ist nun also auch mittendrin statt nur dabei in der weltumspannenden Kreditkrise. Das einzige was jetzt noch bleibt ist Humor, wie die Mail eines UBS-Bankers beweist:
Die Berufsbezeichnung “Bankbeamter” kriegt ja plötzlich wieder eine ganz grosse Bedeutung. Wahrscheinlich führen wir demnächst wieder die Stempeluhren ein….
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